In den meisten europäischen Städten konnte niemand legal Malaufträge annehmen oder Bilder verkaufen, ohne Mitglied der örtlichen Lukasgilde zu sein, die Lehrberufe, Materialstandards und Monopole durchsetzte. Vermeer war zweimal Oberhaupt der Delfter Gilde. Das d'Allarde-Gesetz der Französischen Revolution schaffte 1791 die Zünfte ab, und kurz darauf vernichtete die napoleonische Herrschaft die niederländischen und flämischen Zünfte – und beendete damit fünf Jahrhunderte der lizenzierten Malerei.
Zunftmeister des Heiligen Lukas existiert nicht mehr als lebendiger Beruf. Hier, was ihn ausgelöscht hat, und welcher Beruf die Arbeit übernommen hat.
Ikonen, Schriftrollen und Zunftwerkstätten
Die mittelalterliche Malerei war eine organisierte Arbeit im Dienste des Glaubens. Byzantinische Ikonenmaler arbeiteten nach strengen theologischen Regeln und blieben fast völlig anonym; Europäische Städte schlossen Maler in Lukasgilden zusammen, die die Ausbildungsbedingungen und Materialstandards festlegten und festlegten, wer innerhalb der Stadtmauern verkaufen durfte. China verfügte über das fortschrittlichste System der Epoche: Die Malakademie von Kaiser Huizong aus dem frühen 12. Jahrhundert ließ Hofmaler durch Auswahlprüfungen zu und setzte poetische Linien als Malthemen ein – eine staatliche Kunstschule acht Jahrhunderte vor der Europas.
Was damals sonst passierte
Jan van Eyck stellt das von seinem Bruder Hubert begonnene Genter Altarbild fertig und verleiht den geschichteten Ölglasuren einen Realismus, mit dem kein Temperamaler mithalten kann. Später schrieb Vasari Jan die Erfindung der Ölfarbe zu – zu Unrecht, da Ölbindemittel Jahrhunderte alt waren –, aber seine Verfeinerung der Technik bestimmte das Medium, das die europäische Malerei in den nächsten fünfhundert Jahren dominieren sollte.
Auf Drängen von Giorgio Vasari gründet Cosimo I. de' Medici die Accademia delle Arti del Disegno in Florenz, wobei der ältere Michelangelo als symbolisches Oberhaupt geehrt wird. Zum ersten Mal haben Maler eine Institution, die sie bei Gelehrten und nicht bei den Handwerkszünften einstuft – der Auftakt einer Statuskampagne, die Jahrhunderte dauern würde, um sich in ganz Europa durchzusetzen.
Die Académie Royale de Peinture et de Sculpture wird in Paris gegründet, zu deren Leitern Charles Le Brun gehört, und betreibt ab 1667 den Salon – die staatliche Ausstellung, die darüber entscheidet, welche Maler im Blickfeld der Öffentlichkeit stehen. Zwei Jahrhunderte lang definierte die Genrehierarchie der Akademie, an deren Spitze die Historienmalerei stand, was Ehrgeiz in der Malerei bedeutete.
Wo diese Arbeit heute lebt
Im ältesten fotografischen Handwerk aller Zeiten – von 45.000 Jahre alten Höhlenwänden bis hin zum modernen Atelier – wurde noch immer ein Pinselstrich nach dem anderen ausgeübt.
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