Das Stillen der Säuglinge anderer Familien war jahrhundertelang eines der wenigen bezahlten Pflegegewerbe, offen für Frauen, so eng reguliert, dass Hammurabis Kodex und später Paris' städtische Ammenbüros ihre Bedingungen festlegten. Sichere pasteurisierte Milch, Fläschchen mit Gummisaugern und kommerzielle Säuglingsnahrung ließen das Gewerbe im frühen 20. Jahrhundert zusammenbrechen; heutige Krankenhaus-Milchbanken sind seine ferne, anonyme Nachkommenschaft.
Amme existiert nicht mehr als lebendiger Beruf. Hier, was ihn ausgelöscht hat, und welcher Beruf die Arbeit übernommen hat.
Reform, Registrierung und Krieg
Kaiserswerths Ausbildungsmodell, Nightingales Krim-Ruhm und ihre Schule von 1860 am St Thomas' machten die Pflege innerhalb einer einzigen Generation zu einer respektablen ausgebildeten Berufung. Neuseelands Registrierungsgesetz von 1901 machte sie zu einem zugelassenen Beruf; Großbritannien folgte 1919 nach jahrzehntelanger Kampagne von Ethel Gordon Fenwick. Zwei Weltkriege brachten dann Zehntausende Pflegekräfte in Uniform nahe an die Front — Edith Cavells Hinrichtung 1915 machte eine von ihnen zu einem internationalen Symbol.
Was damals sonst passierte
Neuseelands Nurses Registration Act, vorangetrieben von der Gesundheitsverwalterin Grace Neill, macht das Land zum ersten mit staatlicher Registrierungspflicht für Pflegekräfte. Am 10. Januar 1902 wird Ellen Dougherty aus Palmerston North die weltweit erste registrierte Pflegekraft; Großbritannien folgte 1919, und Registrierung wurde innerhalb von Jahrzehnten globale Norm.
Pflegekraft Loretta Ford und Kinderarzt Henry Silver schaffen an der University of Colorado das erste Nurse-Practitioner-Programm, das erfahrene Pflegekräfte darin ausbildet, Kinder in unterversorgten Gebieten zu diagnostizieren, zu behandeln und zu betreuen. Das Modell erweiterter Praxis verbreitete sich weltweit; Nurse Practitioners haben heute in mehr als der Hälfte der US-Bundesstaaten volle eigenständige Praxisbefugnis.
Die WHO erklärt 2020 — Nightingales zweihundertsten Geburtstag — zum Internationalen Jahr der Pflegekraft und Hebamme und veröffentlicht ihren ersten State-of-the-World's-Nursing-Bericht, der etwa 28 Millionen Pflegekräfte und ein Defizit von 5,9 Millionen zählt. Die COVID-19-Pandemie macht dann die zentrale Rolle der Pflege sowie ihre Burnout- und Abwanderungskrise weltweit sichtbar.
Wo diese Arbeit heute lebt
Der größte Beruf im Gesundheitswesen: von Scutaris Lampe bis zum Intensivmonitor, die Person, die noch am Bett ist, wenn alle anderen längst nach Hause gegangen sind.
💉 Pflegefachkraft →