Während des größten Teils der aufgezeichneten Geschichte war das Erstellen von Horoskopen die eigentlich bezahlte Arbeit des Astronomen: Babylonische Gelehrte lasen den Himmel für Könige, Chinas Astronomisches Büro interpretierte Vorzeichen für Kaiser in der Qing-Dynastie, und Johannes Kepler – Entdecker der wahren Umlaufbahnen der Planeten – finanzierte seine Physik als kaiserlicher Astrologe und schrieb, dass Astrologie die törichte Tochter sei, die ihre weise Mutter ernährte. Die europäische Astronomie verlor diese Rolle im Laufe des 18. Jahrhunderts, als Universitäten und Akademien die Gehälter übernahmen.
Hofastrologe existiert nicht mehr als lebendiger Beruf. Hier, was ihn ausgelöscht hat, und welcher Beruf die Arbeit übernommen hat.
Islamische Observatorien und die kopernikanische Wende
Während die europäische Astronomie schlummerte, testeten und verfeinerten Observatorien in Bagdad, Maragha und Samarkand Ptolemäus: al-Battani verfeinerte seine Sonnenparameter, al-Sufi überprüfte seine Sterne erneut und Ulugh Begs Team maß erneut über tausend Positionen. Sternnamen wie Aldebaran, Betelgeuse und Vega tragen noch immer das Arabisch dieser Ära. Kopernikus erbte seine mathematischen Geräte – einschließlich der in Maragha entwickelten Kupplungen – und nutzte sie 1543, um die Erde selbst zu bewegen.
Was damals sonst passierte
Im März 1610 berichtete Galileos Sidereus Nuncius, was sein verbessertes Teleskop seit Januar gezeigt hatte: Berge auf dem Mond, die Milchstraße löste sich in unzählige Sterne auf und vier Monde kreisten um Jupiter – Körper, die sichtbar etwas anderes als die Erde umkreisten. Er nannte sie die „Medizinersterne“ nach der Herrscherfamilie von Florenz und hatte sich innerhalb weniger Monate eine Stelle am Medici-Hof gesichert.
In Königsberg maß Friedrich Bessel die jährliche Parallaxe des Sterns 61 Cygni: etwa eine Drittelbogensekunde, womit er etwa zehn Lichtjahre entfernt lag. Die Messung – bei der ihn seine Rivalen Thomas Henderson und Wilhelm Struve beinahe überholt hätten – beendete einen zweitausendjährigen Streit darüber, ob die Entfernungen zu Sternen jemals bekannt sein könnten.
Wo diese Arbeit heute lebt
Der Wissenschaftler, der das Universum vermisst, von babylonischen Tontafeln bis zu Weltraumteleskopen, entscheidet immer noch, welches Flimmern in den Daten eine Entdeckung ist.
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