Der Maurermeister war jahrhundertelang Architekt, Bauingenieur und Bauleiter in einer Person, wurde in einer Zunftloge ausgebildet und vertraute darauf, eine Kathedrale zu entwerfen, während er selbst den Stein schnitt. Als die Akademien ab den 1830er Jahren die Architekturtheorie und die Lizenzgesetze formalisierten und die rechtliche Entwurfsbefugnis von der Ausführung vor Ort trennten, wurde die Rolle in zwei Rollen aufgeteilt: ein „Architekt“, der entwirft, und ein „Auftragnehmer“, der baut, wobei keiner von beiden die volle Autorität des Maurermeisters über beide behält.
Der Maurermeister existiert nicht mehr als lebendiger Beruf. Hier, was ihn ausgelöscht hat, und welcher Beruf die Arbeit übernommen hat.
Der Maurermeister und die Domloge
Gotische Kathedralen wurden von Maurermeistern entworfen und gebaut, die jahrelang in Zunfthütten ausgebildet wurden und vom Lehrling über den Gesellen zum Meister aufstiegen, wobei die Rollen später zwischen Architekten, Bauingenieuren und Bauunternehmern aufgeteilt wurden. Die Fertigstellung einer großen Kathedrale wie Chartres oder Köln konnte ein Jahrhundert oder länger dauern, daher wurde der Entwurf routinemäßig von mehreren Meistern übernommen, die jeweils den Plan anpassten und gleichzeitig dafür sorgten, dass das gesamte Gebäude als ein Entwurf lesbar blieb.
Was damals sonst passierte
Abt Suger weiht den neuen Chor der Abtei Saint-Denis außerhalb von Paris ein, das erste Gebäude, das Spitzbögen, Kreuzrippengewölbe und riesige Glasmalereien in einem Entwurf vereint – dem Stil, der später als Gotik bezeichnet wird.
Filippo Brunelleschi vollendet die Kuppel der Kathedrale von Florenz ohne Holzzentrierung, indem er eine selbsttragende Doppelschale und Fischgrätenmauerwerk verwendet – eine Meisterleistung der Designautorität, die dazu beitrug, den „Architekten“ vom Maurermeister zu trennen.
Ludwig XIV. und Colbert gründen unter François Blondel die Académie Royale d'Architecture, die erste staatliche Institution, die Architektur als akademisches Fach lehrt und nicht als Handwerk, das zwischen Meister und Lehrling weitergegeben wird.
Die École des Beaux-Arts in Paris richtet eine eigene Architekturabteilung ein, die auf Ateliers und jurierten Wettbewerben basiert. Seine Methode und sein Vokabular – parti, esquisse, charrette – verbreiten sich in Schulen in ganz Europa und Amerika.
Wo diese Arbeit heute lebt
Entwirft Gebäude, die standhalten, den Vorschriften entsprechen, den Kunden zufrieden stellen und den richtigen Betrag kosten müssen – und trägt dann die rechtliche Verantwortung, wenn dies nicht der Fall ist.
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