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Alles über die Arbeitswelt

Kniehosenmacher — ein verschwundener Beruf

Kniehosenmacher (ca. 1600–1840) — Eng anliegende Kniehosen, häufig aus Wildleder oder anderem Leder, erforderten Passformfertigkeiten so anders als Mantelarbeit, dass sie ein eigenes Gewerbe mit eigenen Werkstätten und Lehrlingen trugen. Die Französische Revolution machte die langen Hosen der Sanscu

Kniehosenmacher existiert nicht mehr als lebendiger Beruf. Hier, was ihn ausgelöscht hat, und welcher Beruf die Arbeit übernommen hat.

ca. 1600–1840

Eng anliegende Kniehosen, häufig aus Wildleder oder anderem Leder, erforderten Passformfertigkeiten so anders als Mantelarbeit, dass sie ein eigenes Gewerbe mit eigenen Werkstätten und Lehrlingen trugen. Die Französische Revolution machte die langen Hosen der Sansculotten — wörtlich 'ohne Kniehosen' — zu einer politischen Aussage, und das Regency-London machte sie modisch. Innerhalb einer Generation überlebten Kniehosen nur noch am Hof und beim Reiten, und das Gewerbe des Kniehosenmachers ging in der allgemeinen Schneiderei und der Handschuhmacherei auf.

1500 – 1800

Geometrie, Höfe und die Geburt des Anzugs

Gedruckte Schnittmusterbücher — Alcegas Madrider Abhandlung von 1580 als erste unter den erhaltenen — begannen, den Zuschnitt vom Zunftgeheimnis in lehrbare Geometrie zu verwandeln, während Hofkleidung Schneider von Königen reich und nachgeahmt machte. Karls II. Weste von 1666, von Pepys festgehalten, setzte die Vorlage aus Mantel, Weste und Kniehose, aus der sich der Anzug entwickelte. Zugleich brach das rechtliche Monopol des Gewerbes: 1675 beurkundete Ludwig XIV. die Pariser Näherinnenzunft, beendete das ausschließliche Recht männlicher Schneider, Frauen einzukleiden, und schuf das eigene Modistinnengewerbe, aus dem später die Couture wurde.

Was damals sonst passierte

1580 Alcega bringt den Zuschnitt in den Druck

Der spanische Schneider Juan de Alcega veröffentlicht in Madrid sein Libro de Geometría, Práctica y Traça — das früheste erhaltene gedruckte Schnittmusterbuch für Schneider, das zeigt, wie man Wämse, Umhänge und Roben auf Stoff bestimmter Breite mit minimalem Verschnitt anlegt. Der Zuschnitt, bis dahin ein eifersüchtig gehütetes mündliches Zunftgeheimnis, wird zu Geometrie, die ein Fremder studieren kann.

1666 Karl II. erfindet die Weste

Im Oktober 1666, Wochen nach dem Großen Feuer, erklärt Karl II., eine neue Mode zu setzen — eine lange Weste, unter einem Mantel getragen, festgehalten von Samuel Pepys in seinem Tagebuch. Teilweise entworfen, um Englands Abhängigkeit von französischer Mode zu beenden, ist das Ensemble aus Mantel, Weste und Kniehose der direkte Vorfahre des dreiteiligen Anzugs, um den sich die Herrenschneiderei bis heute dreht.

1846 Howe patentiert die Nähmaschine

Elias Howe patentiert am 10. September 1846 in den Vereinigten Staaten seine Doppelsteppstich-Nähmaschine, nachdem er ein Wettrennen inszeniert hatte, bei dem seine Maschine fünf Handnäher übertraf. Isaac Singers verbesserte und aggressiv vermarktete Maschinen folgten ab 1851. Nähte, die Stunden dauerten, dauerten nun Minuten — das Fundament der Konfektionsindustrie, die den größten Teil des Gewerbes verschlingen sollte.

1861–1865 Kriegsdaten schaffen Standardgrößen

Die Massenproduktion von Uniformen der Unionsarmee während des amerikanischen Bürgerkriegs erzeugt die ersten großangelegten Körpermaßdaten und zeigt, dass sich männliche Proportionen in vorhersagbaren Größensätzen bündeln. Nach dem Krieg nutzen Hersteller diese 'Drop'-Größen, um eine Konfektions-Herrenbekleidungsindustrie aufzubauen, die Kleidung dauerhaft in Fabrikware für die Vielen und Maßschneiderei für die Wenigen aufspaltet.

Wo diese Arbeit heute lebt

Der Handwerker, der Stoff für einen bestimmten menschlichen Körper zuschneidet — ein Gewerbe, das die Nähmaschine industrialisierte, die Konfektion schrumpfte und das keine Maschine bislang vollständig ersetzt hat.

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