So lief es
Die EHF hat sich dafür entschieden, das Eröffnungsspiel der Männer-Europameisterschaft 2024 nicht in einer Turnhalle, sondern im Fußballstadion von Fortuna Düsseldorf auszutragen. Am 10. Januar füllten 53.586 Fans die Merkur Spiel-Arena und stellten damit den Weltrekord für ein Handballspiel auf. Der bisherige Rekord, 44.189, wurde bei einer Veranstaltung zum Deutschen Handballtag am 6. September 2014 in Frankfurt aufgestellt. Der Tag wurde als Doubleheader ausgetragen: Frankreich besiegte zunächst Nordmazedonien mit 39:29, und dann besiegte Gastgeber Deutschland im Auftaktspiel die Schweiz mit 27:14. Deutschlands Torhüter Andreas Wolff dominierte das Spiel mit 13 Paraden und einer Paradequote von 59 Prozent. Dies war das erste Mal, dass ein EM-Auftakt in einem Fußballstadion ausgetragen wurde. Der Turniertitel selbst ging jedoch an Frankreich, das im Finale in der Kölner Lanxess Arena Dänemark besiegte, während Gastgeber Deutschland ohne Medaille auf dem vierten Platz landete.
Warum es noch zählt
Dies war ein Experiment, das für einen Tag die physischen Grenzen des Handballs als Hallensport auflöste. Aufgrund dieses Kassenerfolgs verschärfte die EHF ihre kommerzielle Strategie rund um Mega-Events, und die Europameisterschaft und das Kölner FINAL4 wurden in der Folge zu den zentralen Einnahmequellen des Sports. Gleichzeitig zeigt diese Bilanz aber auch, dass sich die kommerzielle Basis des Handballs immer noch auf nur acht oder neun Länder konzentriert: Deutschland, Frankreich und die skandinavischen Nationen sind dabei an erster Stelle.