Dichterinnen lieben einen Ortsnamen, weil er schon eine Metapher ist. Armeen lieben einen Ortsnamen, weil er schon ein Anspruch ist.
Straßenumbenennungszeiten nach einer Revolution sind Kultur in gesetzlicher Geschwindigkeit.
Rituale
- Enthüllung eines Straßenschilds — Eine Namenszeremonie für eine Nicht-Person.
- Gazetteer-Ratifikation — Der Neonlicht-Ritus.
- Proteststicker über einem Schild — Inoffizielles Umbenennen als Rede.
- Schulische Kartenrezitation — Wessen Namen als „die“ Namen auswendig gelernt werden.
Darstellungen
- Names on the Land Buch · 1945 · George R. Stewart
Die kanonische US-Toponymie-Erzählung — mit späteren indigenen Korrektiven lesen.
- The English Patient (maps) Film · 1996 · Anthony Minghella
Kartografie als Intimität und Imperium — Fiktion.
- Whale Rider Film · 2002 · Niki Caro
Ort, Abstammung und Namen in einer Māori-Geschichte — kein Gazetteer, eine Erinnerung an Endonyme.
- The Wire (corner names) TV · 2002 · David Simon
Mikrotoponyme als lokales Recht — inoffizielles Ortsbenennen.
- Coco (remembered places/names) Film · 2017 · Pixar
Erinnerung als eine Karte von Namen — Cousinenmetapher.
Spruche
X markiert die Stelle
Kartenidiom
Ein Ort ohne Namen ist trotzdem ein Anspruch.
Von hier kommt man da nicht hin
Richtungshumor
Gescheiterte Toponyme als Navigationsversagen.
Der alte Name dafür war…
Restaurationsskript
Schichtenrede in einer Zeile.
So heißt es einfach
Neutral klingende Macht
Die amtliche Form, die vorgibt, keine Entscheidung zu sein.
Wenn ein Name auf einer Karte jemanden verschwinden lässt, ist das keine charmante Schicht. Es ist eine politische Tatsache.