Pierre-Paul Prud'hon · CC0
Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord
Talleyrand diente nacheinander der französischen Monarchie, der Revolution, Napoleons Kaiserreich und den restaurierten Bourbonen und überlebte dabei fast jedes Regime, das ihm vertraute. Auf dem Wiener Kongress 1814–15, als Vertreter eines besiegten Frankreichs, spaltete er die siegreichen Mächte über Polen und Sachsen und sicherte seinem Land erneut einen Sitz unter den Großmächten.
Als Talleyrand im September 1814 in Wien eintraf, um ein noch von alliierten Truppen besetztes Frankreich zu vertreten, nutzte er einen bitteren Streit zwischen Russland und Preußen auf der einen Seite und Österreich und Großbritannien auf der anderen über die Kontrolle Sachsens und Polens aus. Bis Januar 1815 hatte er heimlich einen Verteidigungsvertrag mit Österreich und Großbritannien gegen Russland und Preußen ausgehandelt und Frankreich damit binnen vier Monaten von einem besiegten Außenseiter in einen entscheidenden Machtmakler verwandelt.
“Eine besiegte Macht kann noch immer die Koalition ihrer Sieger spalten und sich damit einen Sitz erkaufen, wenn sie die Bruchlinie schnell findet.”