Die Tatgeschichte ist ein Montag. Die Rückholungsgeschichte sind achtundzwanzig Monate.
Daten folgen der öffentlichen Chronologie von Pariser Polizei, Uffizien und Louvre.
Timeline
- Aus dem Louvre genommen
Leonardos Porträt verlässt den Salon Carré. Die leere Wand wird am nächsten Tag bemerkt und wird zur europäischen Nachricht.
- Apollinaire verhaftet
Der Dichter wird wegen eines getrennten Louvre-Skulpturendiebstahls durch einen Bekannten festgehalten. Picasso wird befragt. Beide werden von der Mona Lisa entlastet.
- Pressereproduktionen
Zeitungen verbreiten das Gesicht weltweit als fehlendes Objekt. Die Massenerkennung des Lächelns datiert auf diese Lücke.
- Geri und die Uffizien
Ein Mann, der das Gemälde anbietet, kontaktiert den Florentiner Händler Alfredo Geri. Uffizien-Direktor Giovanni Poggi prüft die Tafel.
- Peruggia verhaftet
Vincenzo Peruggia wird in Florenz verhaftet. Das Porträt wird als Leonardos Louvre-Bild authentifiziert.
- In Italien gezeigt
Italienische Mengen sehen das zurückgeholte Bild vor der Rückkehr, eine kurze patriotische Schau, die den Rechtstitel nicht ändert.
- Zurück an den Louvre
Die Tafel kommt nach Paris zurück. Besucherzahlen und Souvenirreproduktionen springen. Das Pilgerbild ist geboren.
- Florentiner Verurteilung
Ein Florentiner Gericht verurteilt Peruggia. Die Strafe ist kurz. Er hat ein patriotisches Motiv angeboten, das ihm keinen Titel gibt.
- Duchamps L.H.O.O.Q.
Ein Postkartenwitz setzt voraus, das Gesicht sei bereits Gemeingut — Beweis des kulturellen Nachlebens des Diebstahls.
- Mengen im Salle des États
Die moderne kugelsichere Hängung und die ticketierten Mengen sind das lange Echo des Ruhms 1911–14, nicht eines noch fehlenden Werks.
Nach Januar 1914 ist die Zeittafel Prominenz, keine Rückholung.
Enzyklopädie öffentlicher Akten. Keine Rechtsberatung, keine Anleitung. Kriege gehören in einen anderen Atlas.