Film1954
Heckscheibe
Alfred Hitchcock
James Stewart spielt L.B. „Jeff“ Jefferies, ein Magazin-Fotojournalist, der mit gebrochenem Bein bei einem Unfall auf der Rennstrecke liegt und sein Teleobjektiv auf seine Nachbarn in Greenwich Village richtet. Der Film bleibt die schärfste Meditation des Kinos über die prägende Gewohnheit des Fotografen: das Leben anderer Menschen durch Glas zu beobachten.
Film1966
Explosion
Michelangelo Antonioni
Ein Modefotograf aus Swinging-London, der teilweise David Bailey nachempfunden ist, vergrößert Bilder von einem Fotoshooting im müßigen Park und findet, was möglicherweise ein Mord ist, der sich in der Maserung verbirgt. Der mit der Goldenen Palme ausgezeichnete Film fixierte das Bild des Fotografen als arroganter Stilgott der 1960er Jahre – und stellte die Frage, ob Fotografien überhaupt etwas beweisen.
Buch1977
Über Fotografie
Susan Sontag
Sontags Essaysammlung, Gewinner des National Book Critics Circle Award, stellte das Fotografieren als einen Akt des Erwerbs und einer leichten Aggression dar – „Menschen zu fotografieren bedeutet, sie zu verletzen“ wurde zum am meisten umstrittenen Satz auf diesem Gebiet. Ein halbes Jahrhundert später ist es immer noch der Text, gegen den sich Fotografen definieren.
Dokumentarfilm2001
Kriegsfotograf
Christian Frei
Ein Oscar-nominierter Schweizer Dokumentarfilm, bei dem eine Mikrokamera direkt auf James Nachtweys Fotokamera montiert wurde und der Zuschauer einem Konfliktfotografen beim Komponieren in Kosovo und Indonesien in Echtzeit zusehen konnte. Es ist das Kino, das am nächsten kommt, um zu zeigen, wie die Mischung aus Intimität, Gefahr und Etikette in diesem Job tatsächlich aussieht.
Film2010
Der Bang-Bang-Club
Steven Silver
Basierend auf den Memoiren von Greg Marinovich und João Silva folgt der Film den vier Fotografen, die Anfang der 1990er Jahre über die Gewalt in den Townships Südafrikas berichteten, darunter Kevin Carter, dessen mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes Sudan-Foto und sein anschließender Selbstmord ihn zum Sinnbild dafür machten, welche moralische Bedeutung dieser Job haben kann.
Film2019
Foto
Ritesh Batra
Eine ruhige Mumbai-Romanze über Rafi, einen Straßenfotografen, der Touristenporträts am Gateway of India anfertigt – einem der überlebenden On-Demand-Fotoberufe der Welt. Bei der Uraufführung in Sundance zeigt es die unscheinbare Basis des Berufs: Akkordarbeit, städtische Hektik und die eigensinnige Würde eines für einen Fremden gemachten Bildes.