Michael van Gerwen
Raymond van Barneveld
Zahl für Zahl
Die Balken sind auf den Führenden dieser Liste skaliert.
Das Urteil
Völliger Gleichstand in den gemessenen Kategorien. Unser Allzeit-Ranking führt Michael van Gerwen auf Platz 2 und Raymond van Barneveld auf Platz 4.
Das Plädoyer für Michael van Gerwen
Der beste Spieler der Post-Taylor-Ära und der talentierteste Werfer, den der Sport gesehen hat. Van Gerwen gewann 2006 mit 17 Jahren den Winmau World Masters und wurde damit der jüngste Weltmeister jeder Kategorie zu dieser Zeit, ehe er 2014, 2017 und 2019 aus fünf Finals drei PDC-Weltmeistertitel holte, dazu sieben Premier-League-Kronen und drei World-Matchplay-Titel unter mehr als 25 TV-Majors. Sein statistischer Höhepunkt ist unerreicht: der höchste je im Fernsehen gemessene Drei-Pfeile-Schnitt der Geschichte, 123,40 gegen Michael Smith in der Premier League 2016, und der höchste Schnitt in einem WM-Finale, 114,05 beim Sieg 2017 über Gary Anderson. Er hielt die Nummer-eins-Position der Weltrangliste rund sieben Jahre lang durchgehend ab Anfang 2014. Wo Taylors Dominanz auf unermüdlicher Akkumulation beruhte, gründete van Gerwens auf Geschwindigkeit und einer Scoring-Obergrenze, die niemand sonst erreichte – er wirft schnell, überlegt selten neu und punktet Gegner in seinen besten Momenten schlicht ins Abseits.
Das Plädoyer für Raymond van Barneveld
Der Mann, der Dart in einem Land zum Mainstream-Sport machte, das es kaum gespielt hatte. Der ehemalige Postbote aus Den Haag gewann vier BDO-Weltmeistertitel 1998, 1999, 2003 und 2005, wechselte 2006 zur PDC und gewann das WM-Finale 2007 gegen Phil Taylor 7:6 in einem Sudden-Death-Leg im Circus Tavern – ein bis heute regelmäßig zum besten Match aller Zeiten gewähltes Spiel, in dem er einen Rückstand von 0:3 in Sets aufholte. Fünf Weltmeistertitel aus sechs Finals stellen ihn auf eine Stufe mit Bristow und nur hinter Taylor unter den Männern. Er gewann zudem den Grand Slam of Darts 2012 und die Premier League 2014 unter mehr als zehn TV-Majors. Sein eigentliches Vermächtnis ist national: Niederländische TV-Zuschauerzahlen für seine Matches gingen in die Millionen, die Teilnehmerzahlen explodierten, und der von ihm geöffnete Weg brachte Michael van Gerwen, Jelle Klaasen, Danny Noppert und eine Generation hervor, für die Profidartspieler ein plausibler Berufswunsch war.