Sergej Bubka
Michael Johnson
Zahl für Zahl
Die Balken sind auf den Führenden dieser Liste skaliert.
Das Urteil
Michael Johnson führt in 2 von 2 Kategorien. Unser Allzeit-Ranking führt Sergej Bubka auf Platz 6 und Michael Johnson auf Platz 7.
Das Plädoyer für Sergej Bubka
Bubka beherrschte den Stabhochsprung so vollständig, dass er aus dem Rekordbuch ein Geschäft machte. Er brach den Weltrekord 35-mal — 17-mal in der Halle, 18-mal im Freien — bekanntlich indem er ihn zentimeterweise anhob, um Antrittsgagen zu kassieren, und wurde der erste Mensch, der sowohl 6,00 m (1985) als auch 6,10 m überquerte. Sein Freiluft-Weltrekord von 6,14 m aus dem Jahr 1994 hielt 26 Jahre, bis Armand Duplantis ihn 2020 übertraf. Er gewann zwischen 1983 und 1997 sechs WM-Titel in Folge, eine unerreichte Serie globaler Dominanz. Das Paradox ist seine einzige olympische Goldmedaille, 1988 in Seoul: unheilvolles Wetter, eine Verletzung und ein katastrophaler Nullversuch in Barcelona 1992 verwehrten einem Springer, der an jedem beliebigen Tag unbezwingbar war, weitere Titel. Gemessen an der Disziplin, die er transformierte, und den Rekorden, die er anhäufte, ist Bubka der dominanteste Feldathlet, den der Sport hervorgebracht hat.
Das Plädoyer für Michael Johnson
Johnson lief mit einem kerzengerade aufrechten, kurzschrittigen Stil, von dem Trainer sagten, er könne nicht funktionieren, und den niemand schlagen konnte. 1996 in Atlanta wurde er der einzige Mann, der 200 m und 400 m bei denselben Olympischen Spielen gewann, und dabei zerstörte er den 200-m-Weltrekord mit 19,32 — eine Marke, so weit ihrer Zeit voraus, dass sie zwölf Jahre lang bis Bolt Bestand hatte. Sein 1999 aufgestellter 400-m-Weltrekord von 43,18 hielt siebzehn Jahre. Er gewann vier olympische Goldmedaillen und acht WM-Titel und wurde ein Jahrzehnt lang in keinem 400-m-Finale bei einer Großveranstaltung geschlagen. Johnson machte den Einrunden-Sprint zu einer Disziplin kontrollierter, gleichmäßiger Kraft statt lungensprengender Panik, und seine Verbindung von 200 m und 400 m in einem Körper — zwei Disziplinen mit entgegengesetzten Anforderungen — hat in der Sportgeschichte kein wirkliches Gegenstück.