Usain Bolt
Carl Lewis
Zahl für Zahl
Die Balken sind auf den Führenden dieser Liste skaliert.
Das Urteil
Völliger Gleichstand in den gemessenen Kategorien. Unser Allzeit-Ranking führt Usain Bolt auf Platz 1 und Carl Lewis auf Platz 2.
Das Plädoyer für Usain Bolt
Die eindeutigste Nummer eins der Sportgeschichte. Bolt gewann bei drei aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen — Peking 2008, London 2012 und Rio 2016 — 100 m und 200 m, ein Sprint-Triple, dem niemand sonst nahegekommen ist, und beendete seine Karriere mit acht olympischen Goldmedaillen und elf Welttiteln. Seine WM 2009 in Berlin brachte die zwei außergewöhnlichsten Marken der Bahngeschichte hervor: 9,58 über 100 m und 19,19 über 200 m, beide gegenüber seinen eigenen Rekorden verbessert und beide über fünfzehn Jahre später noch unangetastet. Er lief 2012 den Schlussabschnitt für Jamaikas 4x100-m-Staffel in 36,84 — ein weiterer noch bestehender Weltrekord. Über die Zahlen hinaus schaffte Bolt, was seit Owens niemandem gelungen war — er machte Leichtathletik weltweit zum Pflichtprogramm im Fernsehen, füllte Stadien und zog Hunderte Millionen zum 100-m-Finale. In seiner Blütezeit verlor er nur eine Handvoll Finals und nie eines, das auf der größten Bühne zählte. Die Marge an der Spitze jedes Leichtathletik-Rankings gehört ihm.
Das Plädoyer für Carl Lewis
Vom IOC zum Sportler des Jahrhunderts gewählt, verband Lewis Sprint und Sprung wie niemand zuvor oder danach. Er gewann von 1984 bis 1996 über vier Olympische Spiele neun Goldmedaillen, darunter den Weitsprung bei allen vier — eine zwölfjährige Herrschaft in einer einzigen Disziplin — sowie 100 m, 200 m und die Sprintstaffeln. Seine Weitsprung-Dominanz war fast absurd: Er blieb in der Disziplin ein Jahrzehnt lang ungeschlagen und gewann zwischen 1981 und 1991 65 Wettkämpfe in Folge, bevor Mike Powell ihn schließlich mit einem Weltrekord bezwang. Er fügte acht WM-Goldmedaillen und 1991 einen 100-m-Weltrekord von 9,86 hinzu. Der Kritikpunkt an Lewis ist, dass viele seiner Sprinttitel in einer dopingverseuchten Ära errungen wurden und er nie selbst den Weitsprung-Weltrekord brach, doch seine Kombination aus Bandbreite, Langlebigkeit und Meisterschaftstemperament — er verlor selten, wenn eine Medaille auf dem Spiel stand — bringt ihn auf fast jeder ernstzunehmenden Liste auf Platz zwei.