Emil Zátopek
Sergej Bubka
Zahl für Zahl
Die Balken sind auf den Führenden dieser Liste skaliert.
Das Urteil
Völliger Gleichstand in den gemessenen Kategorien. Unser Allzeit-Ranking führt Emil Zátopek auf Platz 5 und Sergej Bubka auf Platz 6.
Das Plädoyer für Emil Zátopek
Die tschechische Lokomotive lief mit einem grimassierenden, kopfschlingernden Stil, der gequält aussah und sich als unschlagbar erwies. Sein Meisterstück gelang bei Olympia 1952 in Helsinki, wo er 5000 m, 10.000 m und — beinahe aus einer Laune heraus zu seinem allerersten Marathon antretend — auch den Marathon gewann, ein Dreifachsieg bei einer einzigen Olympiade, der sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie wiederholen wird. Insgesamt gewann er vier olympische Goldmedaillen und eine Silbermedaille und stellte 18 Weltrekorde auf Distanzen von 5000 m bis 30 Kilometern auf. Zátopek führte brutales Intervalltraining ein, lief hunderte 400-m-Wiederholungen in Armeestiefeln — Methoden, die bis heute dem Langstreckentraining zugrunde liegen. Er verkörperte auch das Gewissen des Sports und wurde später wegen seiner Unterstützung des Prager Frühlings 1968 degradiert und bestraft. In puncto schierer Bandbreite innerhalb des Langstreckenlaufs — Bahngeschwindigkeit gepaart mit Marathon-Ausdauer binnen derselben zwei Wochen — hat niemand je seinen Helsinki-Zeitraum erreicht.
Das Plädoyer für Sergej Bubka
Bubka beherrschte den Stabhochsprung so vollständig, dass er aus dem Rekordbuch ein Geschäft machte. Er brach den Weltrekord 35-mal — 17-mal in der Halle, 18-mal im Freien — bekanntlich indem er ihn zentimeterweise anhob, um Antrittsgagen zu kassieren, und wurde der erste Mensch, der sowohl 6,00 m (1985) als auch 6,10 m überquerte. Sein Freiluft-Weltrekord von 6,14 m aus dem Jahr 1994 hielt 26 Jahre, bis Armand Duplantis ihn 2020 übertraf. Er gewann zwischen 1983 und 1997 sechs WM-Titel in Folge, eine unerreichte Serie globaler Dominanz. Das Paradox ist seine einzige olympische Goldmedaille, 1988 in Seoul: unheilvolles Wetter, eine Verletzung und ein katastrophaler Nullversuch in Barcelona 1992 verwehrten einem Springer, der an jedem beliebigen Tag unbezwingbar war, weitere Titel. Gemessen an der Disziplin, die er transformierte, und den Rekorden, die er anhäufte, ist Bubka der dominanteste Feldathlet, den der Sport hervorgebracht hat.