Carl Lewis
Paavo Nurmi
Zahl für Zahl
Die Balken sind auf den Führenden dieser Liste skaliert.
Das Urteil
Paavo Nurmi führt in 1 von 2 Kategorien. Unser Allzeit-Ranking führt Carl Lewis auf Platz 2 und Paavo Nurmi auf Platz 3.
Das Plädoyer für Carl Lewis
Vom IOC zum Sportler des Jahrhunderts gewählt, verband Lewis Sprint und Sprung wie niemand zuvor oder danach. Er gewann von 1984 bis 1996 über vier Olympische Spiele neun Goldmedaillen, darunter den Weitsprung bei allen vier — eine zwölfjährige Herrschaft in einer einzigen Disziplin — sowie 100 m, 200 m und die Sprintstaffeln. Seine Weitsprung-Dominanz war fast absurd: Er blieb in der Disziplin ein Jahrzehnt lang ungeschlagen und gewann zwischen 1981 und 1991 65 Wettkämpfe in Folge, bevor Mike Powell ihn schließlich mit einem Weltrekord bezwang. Er fügte acht WM-Goldmedaillen und 1991 einen 100-m-Weltrekord von 9,86 hinzu. Der Kritikpunkt an Lewis ist, dass viele seiner Sprinttitel in einer dopingverseuchten Ära errungen wurden und er nie selbst den Weitsprung-Weltrekord brach, doch seine Kombination aus Bandbreite, Langlebigkeit und Meisterschaftstemperament — er verlor selten, wenn eine Medaille auf dem Spiel stand — bringt ihn auf fast jeder ernstzunehmenden Liste auf Platz zwei.
Das Plädoyer für Paavo Nurmi
Der fliegende Finne prägte den Langstreckenlauf einer ganzen Generation. Zwischen 1920 und 1928 gewann Nurmi neun olympische Goldmedaillen und drei Silbermedaillen — zwölf insgesamt, bis heute die meisten, die je ein Leichtathlet bei Olympischen Spielen gewonnen hat — über Distanzen von 1500 m bis 10.000 m sowie im Cross Country. Bei Olympia 1924 in Paris gewann er fünf Goldmedaillen, darunter die Finals über 1500 m und 5000 m im Abstand von kaum einer Stunde, wobei er beide mit einer Stoppuhr in der Hand lief, um exaktes Tempo zu halten. Über seine Karriere hinweg stellte er 22 offizielle Weltrekorde auf Distanzen von 1500 m bis 20 Kilometern auf. Nurmi lief mit einem metronomisch gleichmäßigen Stil, der in einer Zeit unregelmäßigen Rennverhaltens revolutionär war, und seine Beherrschung des Tempos erfand die moderne Renneinteilung praktisch neu. Der finnische Staat baute seine sportliche Identität um ihn herum auf, und das Feuer bei Olympia 1952 in Helsinki wurde von Nurmi selbst entzündet — der erste echte internationale Superstar des Sports.