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🏫Handwerk & Know-how

Lehrer/in · Der größte Beruf der Welt: von sumerischen Tafelhäusern bis zu Klassenzimmern im KI-Zeitalter, ein Erwachsener mit der Aufgabe, dreißig Fremde in einen lernenden Raum zu verwandeln.

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Vom Flur aus sieht Lehren wie Reden aus. Die tatsächliche Fähigkeit ist näher an Flugverkehrskontrolle: Ein Lehrer trifft Hunderte kleiner Entscheidungen pro Stunde — wen aufrufen, wann pausieren, ob die Stille nach einer Frage Nachdenken oder Verwirrung bedeutet, welches von dreißig Gesichtern still aufgehört hat zu folgen.

Das Handwerk ist ungewöhnlich gut erforscht. Ein Jahrhundert Klassenzimmerstudien hat eine echte Techniksammlung hervorgebracht — Wartezeit, Abrufübung, ausgearbeitete Beispiele, formative Bewertung — mit namentlich bekannten Entdeckern und gemessenen Effekten.

Was die Arbeit verlangt

928884767258
Erklärung & Modellierung
92
Klassenführung
88
Einzelne Lernende lesen
84
Fachliche Tiefe
76
Bewertung & Feedback
72
Eltern, Papierkram & Bürokratie
58

Erklärung & Modellierung

Expertenwissen in eine Sequenz verwandeln, der ein Anfänger folgen kann.

Klassenführung

Routinen und Präsenz etablieren, sodass dreißig Kinder arbeiten statt abzudriften.

Einzelne Lernende lesen

An einem Gesicht, einer Antwort oder einer Stille bemerken, welcher Schüler den Faden verloren hat.

Fachliche Tiefe

Den Stoff weit über den Lehrplan hinaus kennen, weil das Erklären von Brüchen oder der Französischen Revolution schlicht tiefes Wissen erfordert.

Bewertung & Feedback

Fragen und Aufgaben entwerfen, die zeigen, was Schüler tatsächlich verstehen.

Eltern, Papierkram & Bürokratie

Berichte, Dateneingabe, Kinderschutzdokumentation, Elternabende und Meetings.

Ein Tag im Leben

Vorbereitung und AnkunftVormittagsunterrichtMittagessen und AufsichtNachmittagsunterricht und MeetingsKorrigieren, Planen, KontaktAbend und der Überlauf 036912151821 24h
  1. 6–8 Vorbereitung und Ankunft

    Letzte Unterrichtsanpassungen, Kopieren, Tafelaufbau und ein Blick auf nächtliche Nachrichten von Eltern und Verwaltung.

  2. 8–12 Vormittagsunterricht

    Der Kernunterrichtsblock — typisch drei bis vier Klassen hintereinander.

  3. 12–13 Mittagessen und Aufsicht

    Selten eine freie Stunde: Flur- oder Pausenhofaufsicht, Mittagsclubs, Nachsitzen.

  4. 13–16 Nachmittagsunterricht und Meetings

    Weitere Klassen, dann Fachbereichsmeetings, Elterngespräche oder Trainingssitzungen.

  5. 16–19 Korrigieren, Planen, Kontakt

    Die Tagesarbeit benoten, morgigen Unterricht planen, Berichte schreiben und Eltern E-Mails senden.

  6. 19–6 Abend und der Überlauf

    Familie, Erholung — und für die meisten Lehrer ein wiederkehrender Stapel Korrektur oder Planung, der ihnen nach Hause folgt.

Das Know-how

Handwerkswissen, das Praktiker tatsächlich weitergeben — keine Motivationssprüche.

01

Wartezeit

Naturwissenschaftsdidaktikerin Mary Budd Rowe fand in den frühen 1970ern, dass Lehrer weniger als eine Sekunde nach einer Frage warteten, bevor sie selbst antworteten oder weitermachten.

Mary Budd Rowe, Wartezeit-Studien, 1972
02

Zufallsaufruf, kein Aussteigen

Wähle, wer antwortet, statt Freiwillige zu nehmen, und wenn ein Schüler passt oder falsch antwortet, kehre nach der richtigen Antwort zu ihm zurück.

Doug Lemov, Teach Like a Champion, 2010
03

Ausgearbeitete Beispiele vor Problemen

Anfänger lernen mehr vom Studium vollständig ausgearbeiteter Lösungen als vom Kämpfen mit äquivalenten Problemen.

John Sweller, Cognitive-Load-Theorie, UNSW, 1980er
04

Abrufübung statt Wiederlesen

Gedächtnis zu testen stärkt es mehr als erneutes Studieren — der Testeffekt, scharf gezeigt von Roediger und Karpicke 2006.

Henry Roediger & Jeffrey Karpicke, Washington University, 2006
05

Bewertung für das Lernen

Black und Wiliams Überblick von 1998, Inside the Black Box, sammelte Belege, dass formative Bewertung zu einigen der größten Lernzuwächse führt.

Paul Black & Dylan Wiliam, Inside the Black Box, King's College London, 1998
06

Withitness

Jacob Kounins Klassenzimmerstudien fanden, dass ordentliche Klassen nicht den strengsten Lehrern gehören, sondern denen, die sichtbar alles wahrnehmen.

Jacob Kounin, Discipline and Group Management in Classrooms, 1970

Werkzeuge des Handwerks

Die Tafel

Die älteste Technologie des Klassenzimmers nach der Stimme: die große Wandtafel.

Der Unterrichtsplan

Der Flugplan des Lehrers: Ziele, Sequenz, Timings, Fragen und antizipierte Fehlvorstellungen.

Lernmanagementsystem

Google Classroom (gestartet 2014), Moodle (2002) und ihre Konkurrenten tragen Aufgaben, Abgaben und Feedback.

Formatives Bewertungsset

Mini-Whiteboards, Exit-Tickets, Zufallsaufruf-Namensstäbchen und Quiz-Tools wie Norwegens Kahoot (2013).

Das Notenbuch

Von ledergebundenen Registern zu Schülerinformationssystemen ist das Notenbuch das rechtliche Gedächtnis des Berufs.

Wie man daran scheitert

Für die nickenden Gesichter unterrichten

Eine polierte Erklärung an die Handvoll sichtbar engagierter Schüler liefern, während der Rest sich still abkoppelt.

Ordnung mit Freundschaft oder Angst erkaufen

Neue Lehrer schwanken zwischen dem Wunsch, gemocht zu werden, und hartem Durchgreifen; beides bricht zusammen.

Den Job die Person auffressen lassen

Korrigieren, Planen und pastorale Sorge dehnen sich unbegrenzt aus, und Arbeitsbelastung ist der meistzitierte Faktor beim Ausstieg von Lehrern.

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