Victor Grigas · CC BY-SA 4.0
Dom Pierre Pérignon
Als siebenundvierzig Jahre lang Kellermeister der Benediktinerabtei Hautvillers ist Pérignon der Ahnherr aller, die beruflich einen Keller führen. Er erfand nicht den Schaumwein Champagner — er bekämpfte Blasen meist als Fehler —, doch seine strenge Vermischung von Trauben aus vielen Dörfern zu einem konsistenten Wein begründete die Assemblage-Lehre, die noch heute die Champagne bestimmt.
Die berühmtesten je einem Kellermeister zugeschriebenen Worte — 'Kommt schnell, ich trinke Sterne!' — wurden nie von ihm gesprochen. Der Satz taucht zu seinen Lebzeiten nirgends auf und erscheint erst in der Champagnerwerbung des späten neunzehnten Jahrhunderts, mehr als 150 Jahre nach seinem Tod. Der echte Pérignon ging durch die Weinberge der Abtei und kostete Trauben dorfweise, presste schwarze Trauben sanft, um weißen Saft laufen zu lassen, und mischte vor der Gärung für Konsistenz — unglamouröses, systematisches Handwerk, das Hautvillers' Weine zu den teuersten Frankreichs machte.
“Konsistenz ist eine handwerkliche Entscheidung, kein Zufall — und eine gute Geschichte überdauert die Wahrheit jahrhundertelang.”