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Pedanios Dioskurides
Ein griechischer Arzt aus Anazarbus, der mit römischen Armeen reiste, stellte Dioskurides um 60 n. Chr. De Materia Medica zusammen: fünf Bücher, die etwa 600 Pflanzen und ihre Zubereitungen beschreiben, geordnet nach Wirkung statt Alphabet. Es blieb etwa 1.500 Jahre lang das Standardarzneiwerk in Europa und im Nahen Osten.
Um 512 n. Chr., mehr als vier Jahrhunderte nach seinem Tod, wurde eine luxuriöse illustrierte Kopie seines Werks — der Wiener Dioskurides — für die byzantinische Prinzessin Anicia Juliana angefertigt. Tausend Jahre später, in den 1560ern, fand der habsburgische Botschafter Ogier Ghiselin de Busbecq dasselbe Manuskript noch in Gebrauch in Konstantinopel, für Arzneiwissen konsultiert, und kaufte es für die kaiserliche Bibliothek in Wien, wo es bis heute bleibt — ein einziges Buch, das fünfzehn Jahrhunderte kontinuierlicher pharmazeutischer Nutzung überbrückt.
“Organisiere Wissen danach, wie es genutzt wird, nicht wie es benannt ist, und es kann Reiche überdauern.”