ca. 2100 v. Chr.Die Nippur-Arzneitafel
Ein sumerischer Arzt presst etwa ein Dutzend Arzneirezepte in eine Tontafel — Salben und Aufgüsse aus Senf, Thymian, Weide und Myrrhe, mit Bier als Lösungsmittel. Es ist das älteste bekannte pharmakologische Dokument und für seine Epoche auffallend frei von Magie.
ca. 1550 v. Chr.Der Papyrus Ebers
Einer von Ägyptens großen medizinischen Papyri stellt Hunderte Heilmittel zusammen, von Rizinusöl- und Honig-Wundverbänden bis zu spezifischen Zubereitungs- und Dosierungsanweisungen. Neben Zaubersprüchen bewahrt er ein funktionierendes Arzneibuch, das ein moderner Apotheker als solches erkennen würde.
ca. 60 n. Chr.Dioskurides schreibt De Materia Medica
Pedanios Dioskurides, ein griechischer Arzt, der mit römischen Armeen reiste, beschreibt etwa 600 Pflanzen und ihre Zubereitungen in fünf nach Wirkung geordneten Büchern. Es blieb etwa 1.500 Jahre lang das europäische und nahöstliche Standardarzneiwerk — das am längsten genutzte Lehrbuch in der Geschichte der Wissenschaft.
754Bagdad eröffnet die ersten Arzneiläden
Unter dem frühen abbasidischen Kalifat eröffnen in Bagdad privat geführte Apotheken — betrieben vom saydalani, einem anerkannten Arzneispezialisten, unterschieden vom Arzt —, bald staatlicher Kontrolle (hisba) von Gewichten und Reinheit unterworfen. Dies ist das erste Erscheinen der Pharmazie als eigenständig ausgeübtes, reguliertes städtisches Gewerbe.
ca. 1240Friedrich II. trennt Pharmazie von Medizin
In den Konstitutionen, die sein Königreich Sizilien regeln, verordnet Kaiser Friedrich II., dass Ärzte keine Apotheken besitzen dürfen, legt Arzneipreise fest und verlangt, dass Apotheker Arzneien zuverlässig unter Eid und Aufsicht zubereiten. Dieses „Edikt von Salerno“ ist die rechtliche Geburtsurkunde des europäischen Apothekers, und seine Trennung von Arzt und Apotheker ist noch heute fast überall Gesetz.
1546Das erste offizielle Arzneibuch
Die Stadt Nürnberg übernimmt das Dispensatorium von Valerius Cordus als rechtsverbindlichen Arzneistandard — das erste Mal, dass eine Regierung jeder Apotheke in ihrem Gebiet vorschreibt, Arzneien nach einer veröffentlichten Formel zuzubereiten. London folgt 1618; heutige nationale und internationale Arzneibücher stammen direkt von dieser Idee ab.
1804Sertürner isoliert Morphin
Friedrich Sertürner, ein zwanzigjähriger Apothekergehilfe in Paderborn, isoliert den Wirkstoff des Opiums und nennt ihn später Morphin, nach dem Gott der Träume. Es ist das erste jemals isolierte Alkaloid — Beweis, dass die Kraft eines Pflanzenwirkstoffs in einer einzigen reinigbaren Chemikalie liegt, das Gründungsereignis der modernen Pharmawissenschaft.
1820Chinin, und der Apotheker als Chemiker
Die Pariser Apotheker Pierre-Joseph Pelletier und Joseph Caventou isolieren Chinin aus Chinarinde und veröffentlichen die Methode, ohne sie zu patentieren. Fabriken in ganz Europa beginnen innerhalb weniger Jahre mit der Extraktion des ersten zuverlässigen Malariamittels; das Duo geht weiter zu Koffein und Strychnin und macht das Apothekenlabor zur Geburtsstätte der Arzneichemie.
1938Regulierung nach der Sulfanilamid-Katastrophe
1937 tötet S. E. Massengills 'Elixir Sulfanilamide', hergestellt mit dem ungetesteten Lösungsmittel Diethylenglykol, mehr als hundert Amerikaner, viele davon Kinder. Der Skandal treibt den US Food, Drug, and Cosmetic Act von 1938 voran, der Sicherheitstests vor dem Verkauf verlangt — die Vorlage für die modernen Arzneimittelzulassungssysteme, in denen jeder Apotheker heute arbeitet.
2020–21Apotheker impfen die Welt
Während der COVID-19-Pandemie werden Gemeindeapotheken in Dutzenden Ländern zu primären Impfstellen; allein US-Apotheken verabreichen durch das Federal Retail Pharmacy Program Hunderte Millionen Dosen. Es ist die bisher sichtbarste Demonstration des Wandels des Berufs von der Produktzubereitung zur klinischen Versorgung.