Gemäldeca. 1570
Der Schneider (Il Tagliapanni)
Giovanni Battista Moroni
Moronis Bergamo-Porträt zeigt einen arbeitenden Schneider, der mitten im Zuschnitt innehält, die Schere in der Hand über kreidemarkiertem schwarzem Stoff, und dem Betrachter als Gleichem in die Augen blickt — eine für einen Handwerker in der Renaissanceporträtmalerei fast unerhörte Würde. Heute in Londons National Gallery, bleibt es das prägende Bild des Handwerks.
Märchen1812
Das tapfere Schneiderlein
Gebrüder Grimm
Ein Schneider tötet sieben Fliegen mit einem Streich, stickt 'Sieben auf einen Streich' auf seinen Gürtel und bluffi sich an Riesen und einem König vorbei zu einem Thron. Die Geschichte lebt vom Stereotyp der Zeit — niemand fürchtet einen Schneider — und freut sich daran, Witz Muskeln schlagen zu sehen.
Buch1903
Der Schneider von Gloucester
Beatrix Potter
Ein verarmter alter Schneider muss den bestickten Mantel des Bürgermeisters bis Weihnachten fertigstellen; dankbare Mäuse vollenden ihn und lassen ein Knopfloch mit 'kein Zwirn mehr' markiert. Potter stützte sich auf einen echten Gloucester-Schneider, John Prichard, dessen Gehilfen heimlich über Nacht eine Weste fertigstellten, und nannte es ihr eigenes Lieblingsbuch.
Roman1996
The Tailor of Panama
John le Carré
Harry Pendel, ein ehemaliger Sträfling, neu erfunden als Panama City's feinster Maßschneider, fabriziert Geheimdienstinformationen so gewandt wie Anzüge. Le Carrés Hommage an Graham Greene nutzt den Anproberaum — wo mächtige Männer sich entkleiden und reden — als perfekten Lauschposten; John Boorman verfilmte es 2001 mit Geoffrey Rush.
Film2014
The Royal Tailor (상의원)
Lee Won-suk
Angesiedelt im Sanguiwon, dem Amt der Joseon-Dynastie, das den koreanischen Königshof einkleidete, inszeniert der Film eine Rivalität zwischen einem regelgebundenen erfahrenen Hofschneider und einem brillanten jungen Außenseiter. Ein seltenes Mainstream-Porträt ostasiatischer Hofschneiderei als gleichzeitig Handwerk, Politik und Kunst mit hohem Einsatz.
Film2017
Der seidene Faden (Phantom Thread)
Paul Thomas Anderson
Daniel Day-Lewis' letzte Rolle als Reynolds Woodcock, ein Londoner Couturier der 1950er-Jahre, dessen Atelier auf Ritual, Stille und handgenähten Geheimnissen in Mantelfuttern läuft. Day-Lewis machte eine Lehre bei einem Kostümbildner des New York City Ballet, um die Konstruktion zu lernen; der Film gewann den Oscar für Kostümdesign für Mark Bridges.