Ivano Balic
Anja Andersen
Zahl für Zahl
Die Balken sind auf den Führenden dieser Liste skaliert.
Das Urteil
Ivano Balic führt in 1 von 4 Kategorien. Unser Allzeit-Ranking führt Ivano Balic auf Platz 6 und Anja Andersen auf Platz 8.
Das Plädoyer für Ivano Balic
Für etwa fünf Jahre Mitte der 2000er-Jahre der einfallsreichste Spieler, den je jemand gesehen hatte. Balic war ein Rückraummitte, der sein Spiel auf Täuschung statt Kraft aufbaute - eine Rückwärtstäuschung, die eine ganze Abwehrkette einfror, ein Pass ohne Blickkontakt zu einem Kreisläufer, den er unmöglich gesehen haben konnte -, und er wurde 2003 und 2006 zum IHF-Weltspieler des Jahres gewählt. Er war der herausragende Spieler der Weltmeisterschaft 2003, die Kroatien zu Hause in Zagreb gewann, sowie des olympischen Turniers 2004 in Athen, das Kroatien ebenfalls gewann. Mit ihm als Dreh- und Angelpunkt holte Kroatien 2005 und 2009 WM-Silber sowie 2008 und 2010 EM-Silber, eine Serie knapper Niederlagen, die einen schwächeren Spieler definiert hätte. In einer IHF-Onlineumfrage 2010 wurde er zum besten Handballspieler aller Zeiten gewählt, ein Urteil, das ebenso viel darüber aussagt, wie er spielte, wie darüber, was er gewann. Trainer zeigen sein Videomaterial noch immer, um den Wert der Pause zu vermitteln.
Das Plädoyer für Anja Andersen
Der große Unruhestifter des Handballs. Andersen spielte für Dänemark Rückraummitte mit einer Mischung aus technischem Genie und offener Provokation - sie redete, gestikulierte, versuchte Würfe, die sonst niemand in Erwägung gezogen hätte - und war der Motor des Teams, das das Frauenspiel veränderte. Dänemark gewann die Europameisterschaft 1994 und 1996, olympisches Gold 1996 in Atlanta und den Weltmeistertitel 1997, dem Jahr, in dem Andersen zur IHF-Weltspielerin des Jahres gewählt wurde. Dann war Schluss: Ein Herzleiden zwang sie 1998 mit 29 Jahren, auf dem Höhepunkt ihrer Kraft, zum Rücktritt. Sie wechselte direkt ins Trainergeschäft und war dort genauso erfolgreich und genauso zündend, baute Slagelse zu einer europäischen Macht auf, die 2004 und 2005 aufeinanderfolgende Champions-League-Titel gewann, während sie unterwegs auch eigene Sperren kassierte. Dänemarks Frauen gewannen anschließend von 1996 bis 2004 drei olympische Titel in Folge; Andersen legte den Grundstein.