Anja Andersen
Andrey Lavrov
Zahl für Zahl
Die Balken sind auf den Führenden dieser Liste skaliert.
Das Urteil
Andrey Lavrov führt in 3 von 4 Kategorien. Unser Allzeit-Ranking führt Anja Andersen auf Platz 8 und Andrey Lavrov auf Platz 9.
Das Plädoyer für Anja Andersen
Der große Unruhestifter des Handballs. Andersen spielte für Dänemark Rückraummitte mit einer Mischung aus technischem Genie und offener Provokation - sie redete, gestikulierte, versuchte Würfe, die sonst niemand in Erwägung gezogen hätte - und war der Motor des Teams, das das Frauenspiel veränderte. Dänemark gewann die Europameisterschaft 1994 und 1996, olympisches Gold 1996 in Atlanta und den Weltmeistertitel 1997, dem Jahr, in dem Andersen zur IHF-Weltspielerin des Jahres gewählt wurde. Dann war Schluss: Ein Herzleiden zwang sie 1998 mit 29 Jahren, auf dem Höhepunkt ihrer Kraft, zum Rücktritt. Sie wechselte direkt ins Trainergeschäft und war dort genauso erfolgreich und genauso zündend, baute Slagelse zu einer europäischen Macht auf, die 2004 und 2005 aufeinanderfolgende Champions-League-Titel gewann, während sie unterwegs auch eigene Sperren kassierte. Dänemarks Frauen gewannen anschließend von 1996 bis 2004 drei olympische Titel in Folge; Andersen legte den Grundstein.
Das Plädoyer für Andrey Lavrov
Drei olympische Goldmedaillen, gewonnen unter drei verschiedenen Flaggen, über zwölf Jahre hinweg. Lavrov hütete das Tor für die Sowjetunion beim Sieg 1988 in Seoul, für die Vereinte Mannschaft 1992 in Barcelona und für Russland 2000 in Sydney, und fügte 2004 in Athen mit 42 Jahren noch Bronze hinzu - eine Spanne olympischer Relevanz, die kein anderer Handballspieler erreicht hat. Dazwischen gewann er mit Russland Weltmeistertitel 1993 und 1997 sowie 1996 die Europameisterschaft, den Höhepunkt der postsowjetischen russischen Mannschaft. Er war ein Torwart von außerordentlichem physischem Mut in einer Ära, in der Verteidigern mehr Kontakt erlaubt war und Würfe härter und flacher ankamen, und sein Lesen von Außenspielern galt als unantastbar. Später trainierte er und arbeitete im russischen Verband. Für den größten Teil der Sportgeschichte waren seine drei olympischen Goldmedaillen schlicht der Rekord, und nur Karabatic und Katrine Lunde haben ihn seitdem eingeholt.