Marcel Hirscher
Janica Kostelic
Zahl für Zahl
Die Balken sind auf den Führenden dieser Liste skaliert.
Das Urteil
Marcel Hirscher führt in 3 von 5 Kategorien. Unser Allzeit-Ranking führt Marcel Hirscher auf Platz 3 und Janica Kostelic auf Platz 9.
Das Plädoyer für Marcel Hirscher
Der dominanteste saisonlange Fahrer der Geschichte des Männerzirkus. Hirscher gewann von 2012 bis 2019 acht Gesamt-Kristallkugeln in Folge, eine Serie, an die sich kein alpiner Skifahrer, ob Mann oder Frau, herangewagt hat – Marc Girardellis fünf hatten seit 1993 als Männerrekord gegolten –, und er tat es gegen die tiefsten technischen Felder, die der Sport je aufgeboten hat, wobei allein Österreich ein Dutzend plausible Podestkandidaten stellen konnte. Er beendete seine Karriere mit 67 Weltcupsiegen, aufgeteilt auf Riesenslalom und Slalom, und sieben WM-Goldmedaillen. Die einzige Lücke war Olympia: Nach Silber in Sotschi gewann er 2018 in Pyeongchang endlich Gold in Riesenslalom und Kombination. Er trat mit 30 in bester Verfassung zurück, kehrte dann 2024 unter der Flagge der Niederlande, dem Heimatland seiner Mutter, zurück – ein beispielloser später Karrierewechsel, der eine Karriere neu eröffnete, die alle für abgeschlossen gehalten hatten.
Das Plädoyer für Janica Kostelic
Die größte Meisterschaftsfahrerin der alpinen Geschichte, aus einem Land ohne Skikultur, ohne Verbandsgeld und fast ohne für Weltcuprennen geeignete Berge. Kostelic trainierte quer durch Europa aus einem Familienauto heraus, mit ihrem Vater als Trainer, und gewann 2002 in Salt Lake City Gold in Riesenslalom, Kombination und Slalom sowie Silber im Super-G – vier Medaillen bei einem einzigen Spiele, die größte Ausbeute, die je ein alpiner Skifahrer geholt hat, und eine Bilanz, an die keine Frau herankommt. Sie verteidigte 2006 in Turin den Kombinationstitel für ihr viertes olympisches Gold, gleichauf mit Kjetil André Aamodt an der Spitze der Allzeitliste des Sports. Sie gewann drei Gesamt-Kristallkugeln und 30 Weltcuprennen sowie 2003 bei der WM in St. Moritz einen Dreifachsieg. Sie trat mit 25 nach neun Knieoperationen und einer Schilddrüsenerkrankung zurück, nachdem sie mit einem zweimal praktisch neu aufgebauten Körper alles gewonnen hatte, was verfügbar war.