Ingemar Stenmark
Annemarie Moser-Pröll
Zahl für Zahl
Die Balken sind auf den Führenden dieser Liste skaliert.
Das Urteil
Annemarie Moser-Pröll führt in 3 von 5 Kategorien. Unser Allzeit-Ranking führt Ingemar Stenmark auf Platz 2 und Annemarie Moser-Pröll auf Platz 5.
Das Plädoyer für Ingemar Stenmark
34 Jahre lang die Antwort auf die Frage, wer am meisten gewonnen hatte, und bis heute der Männerrekordhalter. Der Schwede holte 86 Weltcupsiege – 46 im Riesenslalom, 40 im Slalom –, ohne je ernsthaft eine Abfahrt zu bestreiten, was bedeutete, dass er eine ganze Hälfte der Punktetabelle aufgab und trotzdem den Gesamttitel gewann, drei Jahre in Folge von 1976 bis 1978. In der Saison 1978/79 gewann er 13 Rennen. 1980 in Lake Placid gewann er beide technischen Goldmedaillen, jeweils aus deutlichem Rückstand nach dem ersten Lauf kommend, und er fügte 1978 WM-Titel sowie 1982 in Schladming ein Slalom-Riesenslalom-Double hinzu. Sein Stil war das Argument für Ökonomie: minimale Oberkörperbewegung, kein sichtbarer Aufwand, eine Linie so präzise, dass seine Läufe auf Film langsam wirken, bis die Zwischenzeiten auftauchen. Er war auch der letzte große Champion des geraden Skis und trat 1989 zurück, vier Jahre bevor der Carving-Ski kam.
Das Plädoyer für Annemarie Moser-Pröll
Die vollständigste Dominanz, die eine Frau vor Shiffrin über den Weltcup ausübte. Moser-Pröll gewann von 1971 bis 1975 fünf Gesamt-Kristallkugeln in Folge, trat mit 25 zurück, kehrte zurück und gewann 1979 eine sechste – bis heute Frauenrekord – mit 62 Rennsiegen in einer Zeit, als der Kalender deutlich kürzer war als heute. Zwischen Dezember 1972 und Januar 1973 gewann sie elf Abfahrten in Folge, eine Serie in einer einzelnen Disziplin, die keine Fahrerin je erreicht hat. Sie holte fünf WM-Goldmedaillen und, 1980 in Lake Placid in ihrer letzten Saison, den olympischen Abfahrtstitel, der ihr durch zwei Silbermedaillen 1972 in Sapporo verwehrt geblieben war. Zeitgenossen beschrieben eine Fahrerin, die schlicht Gelände angriff, das andere Frauen nur bewältigten, und ihre Siegquote über die von ihr bestrittenen Saisonen bleibt die höchste einer Frau in der Geschichte des Sports.