Vitali Scherbo
Nadia Comăneci
Zahl für Zahl
Die Balken sind auf den Führenden dieser Liste skaliert.
Das Urteil
Vitali Scherbo führt in 4 von 4 Kategorien. Unser Allzeit-Ranking führt Vitali Scherbo auf Platz 6 und Nadia Comăneci auf Platz 7.
Das Plädoyer für Vitali Scherbo
In acht Tagen in Barcelona 1992 gewann er sechs olympische Goldmedaillen – Mannschaft, Mehrkampf, Pauschenpferd, Ringe, Sprung und Barren –, die meisten, die je ein:e Turner:in bei einen einzigen Spielen gewonnen hat, und eine Ausbeute, die kein Athlet einer anderen Sportart bei Sommerspielen seit Mark Spitz erreicht hatte. Für das Vereinte Team antretend, während sich die Sowjetunion um ihn herum auflöste, war er dem Feld so weit voraus, dass er vier Gerätefinals an einem einzigen Tag gewann. Er holte 1993 in Birmingham den WM-Mehrkampftitel und beendete seine Karriere mit rekordverdächtigen 12 WM-Goldmedaillen unter 23 WM-Medaillen insgesamt. Atlanta 1996 kam nach einem Autounfall, bei dem seine Frau schwer verletzt wurde und der sein Training entgleisen ließ; er kehrte dennoch zurück und gewann vier Bronzemedaillen, womit seine olympische Gesamtzahl auf 10 stieg. Sein Höhepunkt war kurz, und seine Beständigkeit erreichte nie die Uchimuras, doch kein männlicher Turner hat je so viel Dominanz in so wenig Zeit verdichtet.
Das Plädoyer für Nadia Comăneci
Der berühmteste Einzelmoment der Turngeschichte gehört ihr. Am 18. Juli 1976 in Montreal turnte sie mit 14 Jahren am Stufenbarren die erste perfekte 10,00 der olympischen Turngeschichte; die für drei Ziffern gebaute Anzeigetafel zeigte 1,00, weil niemand diese Möglichkeit einprogrammiert hatte. Sie erturnte bei diesen Spielen sieben perfekte Zehner und gewann Mehrkampf, Balken und Stufenbarren, womit sie die jüngste olympische Mehrkampfmeisterin aller Zeiten wurde – ein Rekord, der durch das 1997 eingeführte Mindestalter dauerhaft geschützt ist. In Moskau 1980 fügte sie Balken- und Bodengold sowie ein umstrittenes Mehrkampf-Silber hinzu und beendete ihre Karriere mit neun olympischen Medaillen, fünf davon Gold. Sie gewann außerdem 1978 den WM-Balkentitel und 1979 WM-Mannschaftsgold mit Rumänien, wobei sie das Balkenfinale von einem Krankenhausbett aus mit einer infizierten Hand bestritt. Ihre Montreal-Übungen definierten neu, wie Präzision an den Geräten aussah.