Vitali Scherbo
Boris Schachlin
Zahl für Zahl
Die Balken sind auf den Führenden dieser Liste skaliert.
Das Urteil
Boris Schachlin führt in 2 von 4 Kategorien. Unser Allzeit-Ranking führt Vitali Scherbo auf Platz 6 und Boris Schachlin auf Platz 9.
Das Plädoyer für Vitali Scherbo
In acht Tagen in Barcelona 1992 gewann er sechs olympische Goldmedaillen – Mannschaft, Mehrkampf, Pauschenpferd, Ringe, Sprung und Barren –, die meisten, die je ein:e Turner:in bei einen einzigen Spielen gewonnen hat, und eine Ausbeute, die kein Athlet einer anderen Sportart bei Sommerspielen seit Mark Spitz erreicht hatte. Für das Vereinte Team antretend, während sich die Sowjetunion um ihn herum auflöste, war er dem Feld so weit voraus, dass er vier Gerätefinals an einem einzigen Tag gewann. Er holte 1993 in Birmingham den WM-Mehrkampftitel und beendete seine Karriere mit rekordverdächtigen 12 WM-Goldmedaillen unter 23 WM-Medaillen insgesamt. Atlanta 1996 kam nach einem Autounfall, bei dem seine Frau schwer verletzt wurde und der sein Training entgleisen ließ; er kehrte dennoch zurück und gewann vier Bronzemedaillen, womit seine olympische Gesamtzahl auf 10 stieg. Sein Höhepunkt war kurz, und seine Beständigkeit erreichte nie die Uchimuras, doch kein männlicher Turner hat je so viel Dominanz in so wenig Zeit verdichtet.
Das Plädoyer für Boris Schachlin
Bekannt als der Eiserne Mann für eine Wettkampfruhe, die nie sichtbar brach, gewann Schachlin über 1956, 1960 und 1964 hinweg 13 olympische Medaillen – sieben Gold, vier Silber und zwei Bronze –, die zweithöchste Summe jedes männlichen Turners. Rom 1960 war sein prägender Auftritt: Er gewann Mehrkampf, Pauschenpferd, Sprung und Barren, vier Goldmedaillen bei einen einzigen Spielen, und komplettierte 1958 in Moskau mit dem WM-Mehrkampftitel das Set. Er sammelte außerdem zehn WM-Medaillen in einer Ära, in der das sowjetische Männerteam so tief besetzt war, dass die interne Auswahl härter war als der Wettbewerb selbst. Schachlins Spezialität waren die nervenbelastenden Geräte statt der kraftbetonten – vor allem das Pauschenpferd, an dem er 1960 und erneut 1964 im Alter von 32 Jahren olympisches Gold gewann. Sein Duell mit der aufstrebenden japanischen Generation prägte das Männerturnen der späten 1950er und frühen 1960er Jahre.