Nadia Comăneci
Swetlana Chorkina
Zahl für Zahl
Die Balken sind auf den Führenden dieser Liste skaliert.
Das Urteil
Völliger Gleichstand in den gemessenen Kategorien. Unser Allzeit-Ranking führt Nadia Comăneci auf Platz 7 und Swetlana Chorkina auf Platz 10.
Das Plädoyer für Nadia Comăneci
Der berühmteste Einzelmoment der Turngeschichte gehört ihr. Am 18. Juli 1976 in Montreal turnte sie mit 14 Jahren am Stufenbarren die erste perfekte 10,00 der olympischen Turngeschichte; die für drei Ziffern gebaute Anzeigetafel zeigte 1,00, weil niemand diese Möglichkeit einprogrammiert hatte. Sie erturnte bei diesen Spielen sieben perfekte Zehner und gewann Mehrkampf, Balken und Stufenbarren, womit sie die jüngste olympische Mehrkampfmeisterin aller Zeiten wurde – ein Rekord, der durch das 1997 eingeführte Mindestalter dauerhaft geschützt ist. In Moskau 1980 fügte sie Balken- und Bodengold sowie ein umstrittenes Mehrkampf-Silber hinzu und beendete ihre Karriere mit neun olympischen Medaillen, fünf davon Gold. Sie gewann außerdem 1978 den WM-Balkentitel und 1979 WM-Mannschaftsgold mit Rumänien, wobei sie das Balkenfinale von einem Krankenhausbett aus mit einer infizierten Hand bestritt. Ihre Montreal-Übungen definierten neu, wie Präzision an den Geräten aussah.
Das Plädoyer für Swetlana Chorkina
Die erfolgreichste Stufenbarren-Turnerin der Geschichte und die letzte große Stilistin der 10,0-Ära. Chorkina gewann drei WM-Mehrkampftitel – 1997, 2001 und 2003 – bis Biles ein Rekord für Frauen, und holte 20 WM-Medaillen inklusive neun Gold. Ihre beiden olympischen Titel kamen beide am Stufenbarren, 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney, und sie beendete ihre Karriere mit sieben olympischen Medaillen. Mit 1,65 Metern war sie deutlich größer als das übliche Turnerinnenprofil, was sie an Sprung und Balken benachteiligte, ihrer Stufenbarrenarbeit aber eine Amplitude verlieh, die niemand nachahmen konnte; mehrere Elemente im Code de Pointage tragen ihren Namen. Ihre Karriere spiegelte auch die Kontroversen der Ära wider, vom falsch eingestellten Sprungpferd, das das olympische Mehrkampffinale 2000 ruinierte, bis zu ihrer offenen und oft bitteren öffentlichen Kritik an der Wertung, die ihr den einen Titel verwehrte, den sie am meisten wollte.