Golf im Jahr 2019
Mit 21 Jahren gewinnt Woods die Masters mit einem Rekordvorsprung von 12 Schlägen, der erste Spieler schwarzer und asiatischer Herkunft, der ein Major gewinnt. Sein Auftritt löst einen Boom bei Athletik, Preisgeld und weltweitem Publikum aus. 2019 bleibt Golf mit „Bunker“ und 2019. Keine Rangliste, keine Buchung. Nach 112 Jahren Abwesenheit kehrt Golf beim olympischen Programm in Rio de Janeiro zurück. Justin Rose gewinnt Gold bei den Herren, Inbee Park bei den Damen, und bringt das Spiel zurück auf die größte Sportbühne der Welt.
Golf fasziniert, weil es den Einzelnen völlig entblößt. Jeder Schlag ist selbst erzeugt und selbst verschuldet; es gibt keinen Mitspieler, hinter dem man sich verstecken kann, und bekanntlich verhängen Spieler Strafen gegen sich selbst. Die Margen sind gnadenlos, denn eine Änderung des Schlägerblattwinkels um zwei Grad kann einen Abschlag ins Aus schicken, während derselbe Schwung einen 320-Yard-Drive oder ein eingelochtes Wedge hervorbringen kann, das den Boden auszutricksen scheint. Es ist ein Spiel mit enormer emotionaler Bandbreite im Gehtempo über vier bis fünf Stunden, bei dem ein Führender ein Vermögen an Schlägen aufbauen und in zwanzig Minuten wieder verspielen kann. Diese Spannung zwischen Meisterschaft und Zusammenbruch ist sein bleibendes Drama.
Was Golf einzigartig macht, sind sein Maßstab und sein Handicap-System. Keine andere Sportart lässt einen Amateur genau dort spielen, wo Champions antreten, auf denselben Grüns unter denselben Regeln, nur Tage später; man kann am Abschlag des Old Course in St Andrews stehen, wo seit sechs Jahrhunderten Golf gespielt wird. Das Handicap-System gleicht Spieler völlig unterschiedlicher Spielstärke mathematisch aus, sodass ein Anfänger und ein Scratch-Golfer ein echtes Match austragen können. Golf ist zudem eine lebenslange Leidenschaft: Karrieren erstrecken sich über Jahrzehnte, Champions gewinnen Majors mit vierzig oder fünfzig Jahren, und derselbe Mensch kann sich von einer Woche zur nächsten verbessern oder verschlechtern, immer auf der Jagd nach einem Ergebnis, das keine Grenze der Perfektion kennt.
Das Ziel von Golf ist einfach zu formulieren und schwer umzusetzen: den Ball vom Abschlag mit möglichst wenigen Schlägen ins Loch bringen, und das über achtzehn Löcher hinweg. Jedes Loch hat ein Par von 3, 4 oder 5, das die Schlagzahl widerspiegelt, die ein Experte benötigen sollte, und das Ergebnis eines Spielers wird an diesem Par gemessen. Die beiden grundlegenden Formate sind das Zählspiel (Stroke Play), bei dem jeder Schlag einer Runde in die Gesamtsumme eingeht, und das Lochspiel (Match Play), bei dem Spieler Loch für Loch gegeneinander antreten und der Wettkampf über gewonnene Löcher statt über Schläge entschieden wird.
Das Video ist im Telefon. Die Regel steht in den ersten zwei Zeilen. 2019 bleibt Golf mit „Bunker“ und 2019. Keine Rangliste, keine Buchung. 20192019
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